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Trockene Nase – Rhinitis Sicca

Juni 1, 2017
trockene Nase

Im ersten Teil des Artikels in der Kategorie “Alltagsgschichtln” habe ich das Sicca Syndrom beschrieben und welche Auswirkungen trockene Schleimhäute auf die Gesundheit haben. Habt ihr euch den Hauptartikel schon durchgelesen? Hier geht es zum ersten Teil. Im zweiten Teil des Artikels beschreibe ich den Alltag und versuche aufzuzählen auf was man achten sollte.

In weiterer Folge gehe ich in diesem Beitrag näher auf die Therapiemaßnahmen im Bereich der Nase und den Nebenhöhlen ein. 

 Trockene Nase – Rhinitis Sicca

Eine trockene Nase zu haben mag banal klingen, doch dahinter verbirgt sich ein ganzes Netzwerk von Faktoren, die einen unglaublichen Einfluss auf unser Wohlbefinden haben und sich zu guter Letzt auch auf unser soziales Umfeld auswirken. Wer (passiven) Zigarettenrauch, Klimaanlagen, Heizungsgebläse in Autos, Abgase, trockene Luft und sonstige Schleimhaut reizende Faktoren nicht gut verträgt, muss sich oft räuspern. Die Augen und der Hals fühlen sich trocken an und oft sind Halsschmerzen und Entzündungen des Bronchialgewebes die Folge. Zusätzlich reizend und/oder austrocknend wirken auch Kaffee, Alkohol, sogar Kamillen- und Grüntee.

Eine funktionstüchtige Nase, deren Schleimhaut intakt ist, erwärmt und befeuchtet beim Einatmen die Luft. Zusätzlich filtert sie vorab Staubpartikeln, Pollen, Schadstoffe, Krankheitskeime, Viren und Bakterien aus der Atemluft. Die Eindringlinge werden mit dem, von der Schleimhaut produzierten, Sekret gebunden und abtransportiert. Ist dieser Prozess gestört gelangt die ungefilterte Atemluft direkt in das Bronchialgewebe der Lunge. Man kann sich also vorstellen welcher Belastung die Lunge ausgesetzt ist wenn ihr Vorfilterorgan nicht ordentlich funktioniert. Ist dann auch noch die Bronchialschleimhaut von Austrocknungserscheinungen betroffen, kommt es oft zu einem brennenden Schmerz im Brustbereich und pfeifender Atmung.

Symptome: Trockenheitsgefühl, Juckreiz, Krusten- bzw. Borkenbildung, Behinderte Nasenatmung, häufiges Nasenbluten, verminderter Geruchssinn (wirkt sich auch negativ auf den Geschmackssinn aus)

Die Trockenheitssymptome erstrecken sich oft bis zum Kehlkopf, Räusperzwang und dauerhafte Halsschmerzen können die Folge sein.

Ärztlicher Befund: Anamnese, Endoskopische Untersuchung, Feststellung ob eine Krümmung der Nasenscheidewand vorliegt, Abschwelltests

Sollte im Bereich der Nase etwas pathologisch auffällig sein, wird eventuell ein CT vorgeschlagen um eine mögliche Operation in Betracht zu ziehen. Doch Vorsicht, eine Operation verstärkt die Austrocknungserscheinungen. Hier muss eindeutig sein ob eine Operation notwendig ist.

Therapie

Meerwassernasenspray 

Ich habe etliche Nasensprays auf Meerwasserbasis ausprobiert und die von Sterimar sind mir am Liebsten. Der Sprühkopf ist so geformt, dass bei richtiger Anwendung auch gut die Nebenhöhlen erwischt werden. Ein weiterer riesengroßer Pluspunkt ist, dass es diesen Spray in der Größe von 100ml gibt, da ich mind. 200ml pro Monat verbrauche.

Nasenspray
Quelle: www.sterimar.com

Nasenduschen

Eine wunderbare Sache! Meine Nase liebt sie, auch wenn die Handhabung sehr gewöhnungsbedürftig ist. Ausprobiert habe ich bis jetzt nur die Emser. Zugegeben die Verarbeitung könnte besser sein, allerdings tut sie was sie soll.  Auch von Emser erhältlich sind Säckchen mit einer genauen Menge an Natriumchlorid. Nach eigener Erfahrung finde ich das Bad Gleichenbergersalz und gewöhnliches Meersalz besser. Desshalb stelle ich Salzlösungen selbst her. Für den täglichen Gebrauch rate ich euch zu einer isotonischen/physiologischen Salzlösung und bei akutem Schnupfen hilft eine hypotone Salzlösung.

Nasendusche
Bildquelle: www.emser.at

Der Unterschied liegt hier in der Menge des verwendeten Salzes. Spült ihr eure Nasen nur mit Leitungswasser sprechen wir von einer hypertonischen Lösung. Das wollen wir unseren Nasen nicht antun, denn im Leitungswasser ist die Salzkonzentration zu gering um einen heilsamen Effekt zu erwirken. Die Schleimhautzellen würde unnötig Wasser aufnehmen und anschwellen. Ideal ist eine isotonische Salzlösung, deren Konzentration gleicht jener in unseren körpereigenen Zellen. Ist die Mineralstoffkonzentration der Nasenspüllösung höher im Vergleich zu dem Gehalt in unseren Zellen in der Nasnschleimhaut, bewegen wir uns im hypotonen Bereich. Eine hypotone Lösung ist ebenfalls nicht zur täglichen Reinigung unseres Riechorgans geeignet, da es die Zellen dazu  anregt Wasser abzugeben und auszutrocknen. Diesen Effekt können wir uns allerdings bei Schnupfen zu nütze machen.

Schon verwirrt? Hier ist eine tolle Beschreibung warum eine isotonische Salzlösung am besten geeignet ist.

Physiologische/Isotonische Salzlösung

Ihr könnt ohne weiteres auf die schon fix und fertig verpackten Salzsäckchen von Emser zurückgreifen. Wer jedoch, so wie ich, lieber etwas Geld und Verpackungsmüll sparen möchte, wiegt sich das Salz selbst ab. Bitte verwendet kein ordinäres Speisesalz, denn oft sind Rieselhilfen zugesetzt, die nicht zur Nasenpflege geeignet sind.  Das Gleichenbergersalz gibt es in der Apotheke zu kaufen und reines Meersalz findet man bei DM bzw. im Bio- und Reformhaus.

Berechnung und Herstellung

Eine physiologische/isotone Salzlösung entspricht 0.9%. Die Emser Nasendusche fasst ein Volumen von ca. 250ml.

0,9% bedeuten 0,9g in 100ml Wasser (da die Dichte von Wasser annähernd 1 ist).

Für ein Volumen von 250ml wiegt ihr also 2,25g Salz in ab. Diese Menge überführt ihr nun in die Nasendusche.

Anwendung

Wie ihr sie richtig verwendet könnt ihr in diesem Video sehen.

Verschließt den Auslaufhahn mit eurem Finger und füllt warmes Wasser bis zur Markierung auf. Mit der anderen Hand haltet ihr das kleine Ventil am Deckel zu und schüttelt die Nasendusche so lange bis sich das Salz gelöst hat. Legt den Kopf zur Seite und bringt den Auslaufhahn ans Nasenloch, öffnet den Mund und drückt bei Bedarf leicht die Flasche. Ca. bei der Hälfte der Flüssigkeit wechselt auf das andere Nasenloch. Kurz bevor die gesamte Flüssigkeit durchgelaufen ist hört ihr besser auf, sonst würdet ihr durch das leichte Andrücken Luft durch euer Nasenloch pumpen und das fühlt sich nicht so toll an.

Bei einer krummen Nasenscheidewand werdet ihr schnell merken, dass die Flüssigkeit durch ein Nasenloch nicht so einfach abläuft, hier hilft es wenn man die Nasendusche etwas andrückt.

Wenn ihr den Rachenraum auch mitspülen wollt spielt mit der Haltung eures Kopfes. Bei einer gewissen Position und durch leichtes Andrücken gelangt etwas Spüllösung in den Rachen. Vorsicht, zu viel sollte man auch wieder nicht in den Hals bekommen, das ist ebenfalls sehr unangenehm.

Die Verwendung einer Nasendusche erfordert viel Gefühl und vielleicht auch etwas Geduld. Traut euch sie ein paar Mal auszuprobieren, eure Nase wird es euch danken!

Hypotonische Salzlösung

Bei angeschwollenen Nasenschleimhäuten, wie es oft bei Allergien oder bei Schnupfen der Fall ist könnt ihr euch auch eine Lösung mit einer höheren Salzkonzentration herstellen.

Wägt hierfür zwischen 2,5 und 3,0g ab und verwendet die Nasendusche wie oben beschrieben.

Desinfektion

Hin und wieder muss die Nasendusche reinigt und desinfiziert werden. Hierfür wird die Dusche zerlegt und min. 15min in heißem Wasser eingelegt.

Tipp!

Manchmal kann auch stark verdünnter Salbeitee als Nasenspülung verwendet werden. Auf ätherische Öle sollten ihr besser verzichten, denn diese können die empfindliche Nasenschleimhaut unnötig reizen.

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit um die Nase zu befeuchten ist der Einsatz des Pari Boy Inhalators. Mit der beiliegenden Maske können ebenfalls Salzlösungen eingeatmet werden. Diese Methode ist sehr effizient und hilft am Besten um die oberen Atemwege optimal zu befeuchten. Mehr zum Thema Pari Boy findet ihr im Beitrag über Inhalation.

Balsam für die Nase

Auch ausprobiert habe ich diverse Nasencremes und Salben, doch keine hat mich so richtig überzeugt. So habe ich kurzerhand beschlossen eine eigene Salbe herzustellen. Ich verwende sie vor allem im Winter und wenn sich ein Schnupfen anbahnt. Sie wirkt nicht nur pflegend sondert auch leicht abschwellend.

Hier geht es zum Rezept!

Dampfinhalationen für die oberen Atemwege

Sehr zu empfehlen sind auch regelmässige Inhalationen mit heißem Dampf. Hier können je nach Bedarf verschiedene Kräuter oder sogar Zwiebeln verwendet werden. Mehr Details findet ihr in dem Beitrag Inhalationen – Befeuchtung der oberen und unteren Atemwege.

Den Meerwassernasenspray von Sterimar gibt es in der Apotheke. Sowohl die Nasendusche von Emser als auch das dazugehörige abgepackte Salz gibt es in der Apotheke. Wer gerne das Salz von Bad Gleichenberg ausprobieren möchte bekommt dieses ebenfalls in der Apotheke. Gutes Meersalz findet ihr in diversen Supermärkten oder auch bei DM und im Reformhaus. Die genaue Waage habe ich in einem Growshop gekauft – keine Scherz!
Bei Fragen, Kritik oder Anregungen könnt ihr mich gerne kontaktieren. Ich freue mich über Feedback! office@tetrapackerl.com

Titelbild: pixabay

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